Pro & Contra Organspenderausweis

  • Hat eigentlich eine/r von Euch einen entsprechenden Spenderausweis??


    Schon mal was von der Patientenverfügung gehört????



    Vielleicht sollten wir uns hier gemeinsam Gedanken darüber machen.


    Also ich habe keinen!
    Habe schon oft darüber nachgedacht, bin aber irgendwie total feige - kann es aber auch nicht vernünftig begründen

  • Ein sehr gutes Thema, Pfeffi! :knuddel:


    Ich habe auch keinen Organspende-Ausweis, möchte mir und meiner Familie aber welche besorgen.


    So viele Menschen warten auf ein Spenderorgan, dass ihnen das Leben rettet oder zumindest um vieles erleichtert. Es besteht schon ein Engpass, dass mit Organen illegal gehandelt wird.


    In anderen Ländern (USA z.B.) besteht nicht so eine beachtliche Skepsis gegenüber der Organspende.

  • Also einen Organspenderausweis habe ich auch nicht, eigentlich würde ich mir schon gerne einen zulegen, aber


    tja aber


    ich hab halt immer diese Horrorvorstellung das ich in Koma falle, jemand meine Organe "gebrauchen" könnte und die Ärzte meinen Angehörigen dann sagen: tja, wir sollten abschalten, bringt doch nichts mehr, eben nur um eher an meine Organe zu gelangen.


    Ich weiß jeder Arzt wird nun aufheulen und sagen nein nein so machen wir das nicht, niemals, aber so richtig glauben kann und will ich das irgendwie wohl nicht.


    Das schlimme ist ja auch, ich wäre sicherlich froh wenn ich ein Organ bräuchte und es jemanden auf dieser Welt gibt der mir helfen kann in dem er eben nicht so ein "Schisser" war wie ich es eben bin.


    Zum Thema Patientenverfügung:


    Ja so eine will ich auch noch machen, den ich halte nichts davon das an Menschen "rumgedoktert" wird, nur weil die Ärzte eben dazu verpflichtet sind das Leben so lang wie möglich am Leben zu erhalten. Den wer entscheidet den wann ein Leben noch Leben ist.


    Womit wir bei dem nächsten Thema fast wären: Was haltet Ihr von Sterbehilfe? Ich sehe es so: wenn ich sage bis hier hin und nicht weiter, dann möchte ich auch gerne das sich die Ärzte dran halten und im Zweifel eben auch passive oder aktive Sterbehilfe leisten. In meinen Augen leider ist das aber in unserem Land nicht möglich, sondern wird hart bestraft.

  • Romi: Organspenderausweise kriegst Du jedenfalls beim Hausarzt, evtl. auf der Gemeinde, evtl. in der Kirche, an allen möglichen Stellen. Wenn Du willst, schicke ich Dir welche zu, ich glaube, ich habe noch zwei. Aber ggf. kann der Hinterbliebene auch noch nachträglich die Einwilligung geben oder verweigern, ob mit oder ohne Organspenderausweis.



    Ich habe einen Organspenderausweis, oder vielmehr schon den mindestens dritten, weil sie halt irgendwann auseinanderfallen.
    Ich gehe nach Möglichkeit auch zum Blutspenden und bin in der Knochenmarkspender-Datei registriert.


    Zum einen ist es mir ziemlich egal, was nach meinem Tod mit meinem Körper passiert, das ist dann nur noch totes Gewebe, nicht mehr ich.
    Zum anderen habe ich auch nicht wirklich Angst vor meinem Tod. Vor dem Sterben und den damit verbundenen Schmerzen, Siechtum usw. schon, und wie! Aber nicht vor dem Tod als solchem. Kommt zum Teil wohl aus meinem unbedingten Vertrauen in Gott heraus. Zum Teil auch, weil ich der Überzeugung bin, daß es "danach" besser sein wird, in welcher Form auch immer.


    Die Angst, daß zu früh entnommen wird und ich sozusagen wegen meiner Organe geopfert werde ... ich kann es verstehen, auch wenn ich selber nicht so empfinde. Die Begründung steht eigentlich in dem Absatz vorher. Ein wenig Schicksalsergebenheit kommt dazu.
    Wenn ich schon mal im Koma liege (und ich gehe davon aus, daß ich dann eh nichts mehr mitkriege), dann kann auch endgültig Schluß sein. Wieder aufwachen ohne bleibende Schäden nachdem man eine halbe Ewigkeit "weg" war, halte ich für extrem unwahrscheinlich. Das ist jetzt nicht medizinisch begründet, sondern nur meine Überzeugung.
    Da es keine Kinder oder andere Angehörige gibt, die von mir abhängig wären, tue ich mir da vielleicht auch leichter.


    Es mag vorkommen, daß bei jemandem zu früh entnommen wird. Es kommen auch Kunstfehler von Ärzten vor. Es verunglücken täglich Leute tödlich mit dem Auto. Hausfrauen stürzen beim Fensterputzen aus dem Fenster und sind tot. Usw. usf.
    Ich glaube, es wird klar, was ich damit sagen will. Die Möglichkeit besteht. Die Wahrscheinlichkeit ist seeeehr gering, alle anderen Todesarten sind wahrscheinlicher. Trotzdem putzen wir unsere Fenster und fahren täglich mit dem Auto. Und ich werde mir am Mittwoch auch ein paar Muttermale rausschneiden lassen, die nicht ganz so aussehen, wie sie aussehen sollten. All das halte ich für gefährlicher als durch meinen Organspendeausweis zu sterben. Ich tue es trotzdem.

    Ich weiß nicht, wer oder was ich bin. Ich weiß nur, dass ich tue, was ich tun muß, nicht mehr und nicht weniger.


    Zitat aus "Gildenhaus Thendara", Dritter Teil, Ende 3. Kapitel

  • Organspenderausweis ? Finde ich gut und richtig, habe ich auch.
    Patientenverfügung ? Ist wichtig. Die Mediziner sind ja soo von ihren Möglichkeiten überzeugt. Ob 80, 90, 100 Jahre alt, ob halbtot oder fast ganztod, wir können jeden leben lassen. Nein, da ist e mir schon wichtig, rechtzeitig selbst entschieden zu haben.

  • Soweit ich weiß gibt es da ein paar Fallen, die ggf. verhindern würden, daß sich die Ärzte auch wirklich daran halten (dürfen). Im TV sagten sie, das solle man mit einem Juristen oder einem Arzt machen. Ein direktes Formular gibt es aber nicht, glaube ich.

    Ich weiß nicht, wer oder was ich bin. Ich weiß nur, dass ich tue, was ich tun muß, nicht mehr und nicht weniger.


    Zitat aus "Gildenhaus Thendara", Dritter Teil, Ende 3. Kapitel

  • Zitat von admin


    Organspende, da mußte ich mich ja mit meinem eigenen Tod auseinander setzten :oops:


    Ich glaube, das ich auch mein Problem!


    Sage ich doch: feige ohne Ende, oder vielleicht doch nicht.....???

  • Mit meinem eigenen Tod hätte ich kein Problem. (welche eine Aussage LOL)


    Mir ist es auch ziemlich wurscht, was mit mir nach dem Tod geschieht. Solange ich nicht in der Tierkörperverwertungsanlage lande... :wink:


    Ein größeres Problem würde für darstellen, die sterblichen Überreste eines meiner Kinder freizugeben. Wenn ein Kind stirbt, ist schon schlimm genug. Da mag sich gar nicht vorstellen, das Kind dann auch noch in seine Einzelteile zerlegen zu lassen. Klingt hart, trifft aber bestimmt zu. Wenn man seine Einverständniserklärung gibt, dann werden auch sämtliche "verwertbare" Organe entnommen. Man kann nicht nur sagen "nehmt nur die Nieren oder das Herz". Das stelle ich mir sehr schwer vor. Andererseits spendet es vielleicht Trost, zu wissen, dass einem anderen Kind vielleicht dadurch das Leben gerettet wird. Es gibt dem Tod vielleicht wenigstens etwas Sinn. Kein Ahnung. Ich hoffe, dass ich niemals in diese Situation komme. :roll:

  • Oh Gott, ich glaube wenn meinem Zwerg etwas zustossen würde, dann können die auch gleich meine Organe haben, denn das würde ich nicht überleben...

    Als der Wackeldackel den Kopf verlor verschwand der Dackel
    und nur noch der Wackel blieb übrig ;-).

  • Oh Romi....... ist das ein Thema!!


    Ich glaube vor lauter Angst und Sorge bin ich da nicht mal im Stande vernünftig darüber zu denken, daß man vielleicht anderen Leben, Trost oder was weiß ich schenken kann.


    Nein, nein diese schrecklichen Gedanken schiebe ich soooooooooooo
    weit weg von mir......ehrlich gesagt kann ich mit den Ängsten um mein Kind gar nicht vernünftig umgehen.


    Ich bin auch ehrlich; ich habe total Probleme mit dem Tod

  • Ich habe zwangsweise schon oft darüber nachdenken müssen und deshalb kann ich ganz gut darüber diskutieren.


    Ich habe das noch nie hier geschrieben, aber mein Grosser hat eine Erbkrankheit, bei der er selber mal eine Spenderorgan brauchen könnte, wenn alles schieflaufen würde, was ich natürlich nicht hoffe!!


    Bis jetzt geht es ihm ausgezeichnet und nachdem wir vorgestern beim vierteljährlichen Checkup in der Uniklinik waren, kann ich gottseidank davon ausgehen, dass das noch gaaaanz lange der Fall sein wird! :D


    Wenn einem mal der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, relativiert sich vieles und man geht mit vielen Dingen gelassener um.

  • Zitat

    Wenn einem mal der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, relativiert sich vieles und man geht mit vielen Dingen gelassener um.


    Da hast du etwas sehr wohl Wahres, ziemlich gelassen ausgesprochen.
    Und ich kann nur zustimmen, so ein bißchen Bodenwegziehen hatten wir vor vier jahren erleben müssen und es hat alles, was vorher war, nahezu unwichtig gemacht.
    Geld ?
    Ja, ein Minimum wird gebraucht, damit die Aasgeier rundherum hin und wiede rihr Bröckchen abbekommen und Ruhe geben.
    Wichtiger ?
    Gesund und am Leben bleiben !
    Organspende hilft da vielleicht dem Tod wirklich ein Schnippchen zu schlagen, und ja, ich würde es auch nicht entscheiden wollen, über die Organspende meiner Kinder zu befinden.

  • Ich kann Dein Posting nur unterstreichen, Erpi!


    Ich weiß nicht, die meisten Menschen sind so anspruchsvoll. Die meisten wissen gar nicht, wie schön es ist, wenn nichts ist. :D


    Wenn ich sehe, wie Leute sich zermartern, weil ihr Hintern zu dick, der Busen zu klein oder das Auto zu billig ist, kann ich oft nur den Kopf schütteln und denke mir "Eure Probleme möcht ich haben!"


    Ich will jetzt nicht sagen, dass solche Sachen nicht unter Umständen für eine Person sehr schwer zu bewältigen sind, aber für mich sind das Peanuts.


    Ein stinknormales Leben zu führen macht mich glücklich! Erst wenn das einmal nicht mehr der Fall war, weiß man es wohl erst zu schätzen. :)

  • Organspende halte ich für sehr wichtig und ich kann mir nicht vorstellen, daß man sterben muss/soll, (gewaltsam oder nicht) damit dann die Organe zur Verfügung stehen. :roll:
    Ich selber hatte auch Bedenken einen Organspendeausweis ausstellen zu lassen, weil ich dachte,man nimmt mir mein Herz etc. vielleicht zu früh heraus. Inzwischen brauche ich mir darüber keine Gedanken zu machen, denn seit einigen Jahren weis ich, das ich nicht als Spender in Frage komme. Auch mein Blut wollen die nicht. :roll::wink:
    Ich weis nicht wie ich mich bei meinem Kind entscheiden würde, wenn dieser Fall eintreten würde. Ich mag auch gar nicht darüber nachdenken.


    Da ich in einer Klinik arbeite, weis ich auch wie wichtig gespendete Organe sind und leider habe ich auch schon von einer geklauten Niere erfahren. :( Eine böse Sache war das.


    Es gibt ein Patiententestament, (nicht zu verwechseln mit dem Testament im ursprünglichen Sinne) eine Betreuungsverfügung und eine Vorsorgevollmacht. Diese Formulare gibt es bei manchen Hausärzten. Leider ist mein Scanner defekt sonst könnte ich sie Euch zur Verfügung stellen.
    Aber ich kann ja mal eines davon abschreiben. :D


    Patiententestament


    Für den Fall, daß ich nicht mehr in der Lage sein sollte, meine Angelegenheiten selbst zu regeln, verfüge ich im jetzigen Vollbesitz meiner geistigen Kräfte:


    Wenn bei schwerstem körperlichen Leiden, Dauerbewußtlosigkeit sowie fortschreitendem geistigen Verfall keine Aussicht mehr auf Besserung im Sinne eines für mich erträglichen und umweltbezogenen Lebens besteht,


    0 sollen an mir keine lebenserhaltenden Maßnahmen (z.B. Wiederbelebung, Beatmung, Dialyse) vorgenommen werden,


    0 wünsche ich keine Behandlungen von Begleiterkrankungen,


    0 soll eine Behandlung abgebrochen werden,


    0 wünsche ich dem gegenüber weitestgehende Beseitigung von Begleitsymptomen, insbesondere von Schmerzen; eine damit unter umständen verbundene Lebensverkürzung nehme ich in Kauf,


    0 wünsche ich mir menschlichen Beistand.


    Mit einer Obduktion zur Befundklärung bin ich einverstanden/nicht einverstanden.


    Mit einer Organentnahme zum Zweck der Transplantation bin ich einverstanden/nicht einverstanden.


    Name:...............................................................................................
    Geburtsdatum:...................................................................................
    Wohnort:...........................................................................................


    Ort, Datum:.......................................................................................


    Unterschrift:.......................................................................................


    Ich/Wir bestätigen mit unserer Unterschrift, daß Frau/Herr......das Patiententestament im Vollbesitz ihrer/seiner geistigen Kräfte verfaßt hat.


    Namen:..............................................................................................
    Geburtsdaten:.....................................................................................
    Wohnorte:...........................................................................................


    Ort, Datum:.........................................................................................


    Unterschriften der Zeugen:....................................................................
    ...........................................................................................................

  • In der letzten Stern-Zeitschrift steht, daß man diese einfachen Patientenverfügungen aus z.B. dem Schreibwarenladen, besser nicht benutzen sollte. Die Deutsche Hospiz Stiftung hat diese Formulare geprüft und große Schwachstellen entdeckt. Sie enthalten viele "Behandlungsplacebos". Das sind Formulierungen, mit denen der Patient dem Arzt nur scheinbar seinen Willen erklärt, die aber bei kritischer Betrachtung nichts aussagen oder falsch interpretiert werden können. Verkauft werden dürfen diese Schriftstücke trotzdem, da eine gesetzliche Regelung fehlt. Der Bundesgerichtshof hat im März dieses Jahres zwar entschieden, dass der Patientenwille obersten Vorrang habe und dieser Wille in einer Patientenverfügung zum Ausdruck kommen könne, aber wie ein solches Dokument auszusehen hat, erklärten die Richter nicht. Ärzte haben mit Patientenverfügungen Probleme weil sie so selten sind.
    Im Stern stehen ein paar Tips darüber, was man bei einer Patientenverfügung beachten muss wenn man eine verfassen will.

  • Zitat von aminta

    Krieg man auch was dafür wenn man einen Organ spendet?


    Diese Frage hat einen Widerspruch.
    Spenden heißt doch etwas zu geben ohne einen Gegenwert dafür zu bekommen.
    Natürlich bekommt man nichts dafür.
    Es gibt Länder, dort kann man seine Organe verkaufen, aber in Deutschland nicht, was auch gut ist.