Der Kuss (Gedicht)

  • Der ersten Liebe Hochgenuß
    ist ohne Zweifel wohl der Kuß.
    Er ist beliebt und macht vergnügt,
    ob man ihn gibt oder ihn kriegt.
    Er kostest nichts - ist unverbindlich,
    denn meistens ist er ja nur mündlich.
    Hat man die Absicht, daß man sich küßt,
    so muß man erst mit Macht und List
    den Abstand zu vermindern trachten,
    um sich mit Blicken anzuschmachten.


    Doch nicht nur der Mund allein
    braucht der Küsse Ziel zu sein.
    Man küßt die Wangen, küßt die Hände
    und auch noch and're Gegenstände,
    die rundherum mit wohlbedacht
    an unseren Körper angebracht.


    Auch wie man küßt, ist sehr verschieden,
    ob Norden, Osten, Westen, Süden;
    der eine saugt, der andere schmatzt
    als ob ein alter Reifen platzt.
    Hingegen wiederum der Keusche
    vermeidet jegliche Geräusche.
    Die einen kurz, die anderen länger,
    die längsten nennt man Dauerbrenner,
    kurzum ein Kuß ist, wenn zwei Lippenlappen
    in der Liebe aufeinander pappen.


    :love_3::wink:

    Ich weiß nicht, wer oder was ich bin. Ich weiß nur, dass ich tue, was ich tun muß, nicht mehr und nicht weniger.


    Zitat aus "Gildenhaus Thendara", Dritter Teil, Ende 3. Kapitel