Jain. Wenn die Auswahl an Fächern reichhaltig genug ist, kann jeder auch eine höhere Schule schaffen. Aber nicht jeder hat die spezielle Begabung für eine Musikhochschule oder etwas ähnlich spezielles.
Zwei Beispiele dazu:
1. Meine Sis (heute 43 Jahre alt) wurde seinerzeit nur probehalber in die Realschule übernommen, sollte eigentlich auf die Hauptschule. Eine Lese-Rechtschreibschwäche wurde auch diagnostiziert. Sie war ergeizig, hat gebüffelt ohne Ende und die Mittlere Reife mit (ich glaube) 1,8 gemacht, anschließend FOS und Beamtenfachhochschule. Inzwischen ist sie am Überlegen, ob sie den Aufstieg in den höheren Dienst macht (d.h. Jura-Studium nebenberuflich), falls er ihr angeboten wird.
2. Ich bin aufs Gymnasium gegangen, neusprachlicher Zweig, d.h. Englsich, Latein und Französisch. Es hat sich aber ziemlich schnell rausgestellt, dass ich mathematisch/naturwissenschaftlich begabt bin und nicht sprachlich. Infolgedessen habe ich täglich Vokabeln gebüffelt bis zum Umfallen, habe aber nach der 10. trotzdem das Handtuch geschmissen (bin allerdings nie sitzen geblieben, wenn auch oft ziemlich knapp), bin auf die FOS, Abschluß mit 1,3 und schließlich BWL-Studium an der FH. Normales Abitur mit anschließendem Uni-Studium wäre definitiv falsch gewesen für mich.
Deswegen jain: Es kann fast jeder fast jede Schule schaffen, sofern es das richtige Angebot gibt.