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  • Authoren: Philippe Fontaine
  • Verlag: Galileo Design / Galileo Press, Bonn 2010
  • Ausgabe: 1. Auflage 2010
  • Sprache: deutsch
  • Umfang: 861 Seiten
  • ISBN: 978-3-8362-1593-0




"How to Catch the Big Idea"

rezensiert von
Olga Schönberger


Vorwort
Das Adobe After Effects CS5-Buch ist ein ziegelsteinschweres Objekt, das darauf wartet, studiert zu werden.
Auf dem Titelumschlag ist angegeben , was das Buch beinhaltet: nämlich Beispieldateien zum Nachbauen der Workshops, eine 30-Tage-Testversion Adobe After Effects CS5 und über eine Stunde Video-Lektionen zu Animationen, Effekten und 3D. Also begebe ich mich auf‘s Neuland um meinen Wissensdurst zu löschen.
Auf den ersten Seiten stellt das Buch seine Themen „auf einen Blick“ dar. Von den Grundlagen, Konzeption, dem Einfügen von Rohmaterial bis hin zu Texterstellung, Masken und Effekte wird manch einem das Herz aufgehen. Doch ich merke schnell, das es zu einem sehr umfangreichen Lehrgang ausarten könnte.

Einmal komplett durchgeblättert, finden sich zahlreiche Abbildungen, fette Headlines und etliche Subheadlines mit einer Überflutung an Randmerkmalen, Erklärungen und Erläuterungen, Notizen und Hinweisen am äußeren Drittel jeder einzelnen Seite. Der Satzspiegel nimmt konsequent über zwei Drittel der gesamten Seiten ein, unterbrochen von vielen Vorher-Nachher-Abbildungen, von Zeitleisten über Kamerabewegungen bis hin zu Formateinstellungen oder auch Bildbearbeitung - nur um einige wenige Beispiele zu nennen.
Das Buch bietet ein breites Spektrum an Anwendungs- und Umsetzungsbeispielen. Ein wenig fühle ich mich aber genau deshalb desorientiert, denn ich muss optisch sortieren, was mich interessiert und welche der Workflows ich zuerst ausprobieren möchte. Da ich nicht das große Fachwissen über die Vorgängerverionen von After Effects mitbringe, setze ich mich zu aller erst mit vielen der Fachbegriffe auseinander. Diese sind ziemlich genau, in farbigen Kästchen am Rand, erklärt.

Nach den ersten Arbeitsschritten mit dem Programm kann ich den Anweisungen, die die genaue Arbeitsentwicklung dokumentieren, folgen.

Eine Leseprobe, bzw. einen Blick ins Buch gibt es hier: [URL="http://www.galileodesign.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-2362?GalileoSession=91035996A45sTmonq4c#leseproben "]


zum Inhalt
Der Inhalt des Buches:
  1. Import und Organisation
  2. Keyframes und Animation
  3. Compositing, Effekte
  4. Rendering und Ausgabe
  5. Integration und Übergabe


Die Art und Weise, Bild und Text in Verbindung mit dem Lernprogramm zu kombinieren, macht das Buch interessanter, aber leider nicht lebendiger. Die abwechslungsreichen Medien, die die Möglichkeit bieten, sich auf der Animationsebene auszutoben, unterstützen den Lernprozess und geben ihm Raum für neues Denken, jedoch werden oft gleiche oder ähnliche Beispiele mehrmals aufgegriffen und der Stoff „nur“ noch aufgearbeitet. Ich würde es nicht etwa als langweilig beschreiben, sondern vielleicht ein wenig nervig.

Anfangs ist es wahrscheinlich sogar noch hilfreich, sich auf die Wiederholungen stützen zu können, welches nach mehreren Lesestündchen aber eher den Lustspiegel senkt.
Eine gewisse Basis an Vorwissen von After Effects sollte der Leser dieses Buchs aber schon mitbringen, da es eben eine Erweiterung der Vorgängerversionen ist. Zwar werden wichtige technische Aspekte bis ins Detail erklärt, jedoch ist es von Vorteil, wenn man sich damit zumindest schon einmal vorher auseinandergesetzt hat, um es besser begreifen und verinnerlichen zu können.
Als direkter Einsteiger hat man daher wenig Möglichkeiten sich barrierefrei durch das Buch zu wälzen. Für manch einer, der schon praktische Erfahrungen mit Adobe After Effects gesammelt hat, dem fällt es sicherlich leichter die zu nachahmenden Beispiele durchzuführen und zu verstehen. Denn wie oben schon erwähnt, bleibt man an einigen gewissen Fachbegriffen „kleben“ und verdirbt sich schnell den Appettit auf weitere „Leckerbissen“.

Erwartungsvoll erkunde ich also das Exemplar weiter und was ich als sehr angenehm empfinde ist, dass das Buch nicht zwingend von Anfang bis zum Ende durchgelesen werden muss, sondern das es die Möglichkeit bietet, den Fortgeschrittenen Leser nach bestimmten Funktionen nachzuschlagen und somit das für ihn weniger Interessante oder schon Bekannte einfach links liegen zu lassen. Nicht umsonst ist das Buch als Nachschlagewerk gedacht. Die über 10 mal acht Seiten machen es dem Anfänger aber dennoch nicht sehr leicht, einige der notwendigen Kapitel zu überspringen. Doch nicht jedes der aufgeführten Übungen bauen automatisch auf die nächsten auf, was bedeutet, das ich als Leser frei wählen kann, welchen persönlichen Schwerpunkt /welches Ziel ich mir setze und welche Themen ich erarbeiten möchte.


Fazit
Die deutliche und sehr genaue Beschreibung der Beispiele ist meiner Meinung nach positiv zu bewerten, da die Textabschnitte gut zu lesen sind und schnell zu verstehen. Am besten funktioniert auch hier die Devise: „learning by doing“. Wenn man diese persönliche Einstellung pflegt, fällt es jedem viel leichter, sich in das Buch reinzuarbeiten.

Ich kann dieses Buch jedem Einsteiger (auch wenn es gewisse Zeit benötigen sollte sich all die vielen Fachbegriffe zu erlernen) aber auch den Interessenten empfehlen, da es den Leser mitnimmt und auf der Textebene nicht nur auf das Wesentliche reduziert ist. Ganz im Gegenteil: jedes Thema wird genaustens aufgeführt und tiefgründig nahegebracht. Hintergrundwissen wird vermittelt. Arbeitsvorgänge sind nachvollziehbar. Workshops bereitgestellt.

Meine Erwartungen an das Buch haben sich aus Sicht der Technik, d.h. die Vorbereitung an die einzelnen Projekte, sowie die hilfreichen Informationen zur Integration von verschiedenen Software, erfüllt. Leider fehlte es mir an kreativen Ideen. So dachte ich zumal an eine Art Geschichte, wie zum Beispiel einen Buchtrailer von ca. einer Minute, der in einzelne Teile zerlegt werden würde. Anhand solchen Beispiels hätte man eine Animation in Schritte wie Einleitung, Hauptteil und Schluss aufteilen können und die Schwerpunkte mit Hilfe von einem umfangreichen Workshop erarbeiten können. Wie könnte ich eine Pointe der Geschichte mithilfe von After Effects noch mehr Pepp verleihen, wie könnte es aussehen, wenn Vorder, -Mittel, und -Hintergrund ein Zusammenspiel ergeben, was ist mit der Atmosphäre und Stimmung der Geschichte, die ich erzählen möchte oder wie sieht die Situation aus einer Vogel- oder Froschperspektive aus uvm. Sicher sind die Punkte von Farbmanagement und Kamerafahrt aufgelistet - ich möchte lediglich darauf hinaus, das man all diese Punkte in eine kurze Erzählung packen könnte und mehrere von solchen verschiedenen Erzählungen mit unterschiedlicher Thematik erarbeiten könnte. Auf solche Art und Weise wäre es möglich, und ich möchte schon fast behaupten spannender gewesen, sich die einzelnen Effekte und vielen anderen Möglichkeiten zu Animieren anzueignen.
Denn das Auge „isst“ nicht nur beim Essen mit, sondern spielt meiner Meinung nach eine wichtige Rolle beim Gestalten eines solchen, und vor allem genau deshalb, da After Effects ein Animationsprogramm ist und nicht uninteressant für diejenigen, die sich damit intensiv beschäftigen. Das Buch gibt leider nicht die Kreativität her, aus der ich hätte schöpfen wollen. Ich hätte mir gewünscht, es wären nicht ganz so viele Typografie-Animationen vorgekommen. Am liebsten wäre mir das Zusammenspiel von einem Storyboard anhand des Buchtrailers und das gesamte Paket an Vielfältigkeit des After Effects-Programms gewesen, mit dessen Hilfe man ein solches Projekt von A bis Z hätte erarbeiten können.

So, nun habe ich mich ein wenig ausgetobt und meine persönliche Rezension dagelegt.
via Torty
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