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Thema: Fuchs & Koschat

  1. #1
    Marx123
    Gast

    Standard Fuchs & Koschat

    DRINGEND HILFE!!!!! Abgabetermin ist bereits nächste Woche...
    Muss diese beiden Gedichte ausformulieren. Wer kann mir dabei helfen?



    Eduard Fuchs (1870 - 1937): Dichter da ist dein Platz!. -- 1894
    Der modernen Dichtergeneration zugeeignet

    Wo bei dem Schein von Gaslaternen
    Mit Grüßen, Schreien, Hutgerück
    Entleeren sich die Mietskasernen
    Und hungernd Volk geht zur Fabrik -

    Wo mächtig tost die Dampfmaschine,
    Der Eisenräder dumpfer Schall,
    Und himmelstrebende Kamine
    Ausspein der Dämpfe giftgen Schwall —

    Wo abends müd und abgerackert
    Der Arbeitstross beim Flackerlicht,
    Nachdem für heut er ausgebaggert,
    Sich dann für kurze Rast verkriecht —

    Wo auf der Großstadt Asphaltpflaster
    Sich hinwälzt der brutale Sinn,
    Wo Gummirad und Lumpenlaster
    Gierkeuchend sucht nach Goldgewinn —

    Wo man aus christlichem Erbarmen
    Die Not steckt in ein Arbeitshaus,
    Wo gegen Rote tönt das Carmen,
    Mit dem Refrain: „Soldaten raus!" —

    Wo Bürger, Pfaffe, Büttel, Richter ,
    Im Chorus schrein: Dei gloriam!1 —
    Dort musst du sein als wahrer Dichter,
    Dort ist dein Platz im Weltstadtschlamm.

    Du singst nicht mehr von Nachtigallen,
    Von Frühlingslust, von Schmerz und Leid,
    Von eines blauen Himmels Hallen,
    Dem Thronsaal Gottes Herrlichkeit.

    Du dichtest nicht mehr veilchenduftig,
    Wenn dir ein Qualm zur Nase steigt
    Von Menschenleibern moderluftig,
    Wo schrill das Miserere geigt.

    Dir gelten dann die Fieberrosen
    Im Blick der Proletarierin
    Mehr als ein minnigliches Kosen
    Der sittsam-frömmsten Buhlerin.


    Verrauschet sind für dich die Klänge,
    Wobei man patriotisch schmaust,
    Du singst dem Volk der Zukunft Sänge,
    Durch die der Freiheit Herzblut braust..

    Die wonnefachenden Poeten,
    Der Kritikaster schweres Leid,
    Mit ihrem lyrikösen Beten
    Verschlingt erbarmungslos die Zeit.

    Wo schwirrend ziehn die Transmissionen
    Um blinkend Erz- und Stahlgeäst,
    Dort gellt der Kampf der Nationen,
    Dort feiern sie ihr Sieges fest.


    Thomas Koschat
    Verlassen

    1. Verlassen, verlassen,
    Verlassen bin i
    Wia der Stan af der Straßen,
    Ka Diandle mag mi.
    Drum geh i zum Kirchlan,
    Zum Kirchlan weit naus;
    |: Durt knia i mi nieder
    Und wan mi halt aus.

    2. Im Wald steht a Hügerl,
    Viel Bleamerln blühn drauf;
    Durt schlaft mei arms Diandle,
    Ka Liab wekts mehr auf.
    Durthin is mei Wallfahrt,
    Durthin is mei Sinn,
    |: Durt mirk i recht deutlich
    Wia verlassen i bin.


    Das habe ich bis jetzt: (meine Meinung/Gedanken/Aufbau - Beispiel)

    zum zweiten Gedicht -->

    naja, so viel gibts da nicht zu sagen. ein bursche weint um seine verstorbene freundin und findet trost und eine stütze im glauben würd ich sagen.
    "schlafts" ist im übertragenen sinn für ruht (tot).

    Oder was meint ihr? Aber das wird halt für eine Ausformulierung zu wenig sein? Bitte helfen!!!


    zum ersten Gedicht -->

    1.) Es ist ein Gedicht das sehr in seine Zeit gehört. Vor der
    Industrialisierung hätte es nicht geschrieben werden können. Man kann
    hier aus den enthaltenen Bildern zitieren und diese Bilder historisch
    einordnen (was war damals neu?, was gab es damals noch nicht?).
    - Gaslaterne, Großstadt, Dampfmaschine, Mietskasernen,...
    - hungernd Volk, Proletarierin, Arbeitstross, die Roten, ...

    2.) Und es versucht den Dichter/Leser zu missionieren, nicht der Kunst
    willen zu schreiben und keine Romantik aufzubauen, sondern parteiisch
    zu sein und die Elendigen zu vertreten. Hier kann man wieder aus den
    Strophen zitieren um das Anliegen des Autors herauszustellen und
    dieses dann wiederum historisch (soziales Anliegen, Strömungen der
    Zeit) einordnen.
    - wahrer Dichter, du singst dem Volk der Zukunft Sänge,...
    - Du dichtest nicht mehr veilchenduftig... = welche Kunstrichtung?

    3.) Eigentlich sollte man das zuerst abarbeiten: Du solltest noch
    einiges über die Form sagen, also: reimt es sich? hat es Rythmus? wie
    ist die Sprache gewählt? erzählt es eine Geschichte? gibt es eine
    Stimmung wieder?

    4.) Was erfahren wir über den Autor? Ist es ein verinnerlichter
    Mensch der sich selbst widergibt? Oder verkündet er eine Botschaft?
    An wen?

    ...

    Bitte um weitere HILFE!!!

    Danke

    Marx
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  2. #2
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    Standard

    Zunächst mal, ich habe keine Ahnung, was eine "Ausformulierung" sein soll. Ich versuche trotzdem mal zu helfe, weil mir das zweite Gedicht einfach nur gefällt.

    - Ich würde in jedem Falle auch darauf eingehen, dass es in Mundart (welcher?) geschrieben ist, wodurch die Gefühle evtl. besonders gut rüberkommen.
    - In der ersten Strophe wird nur deutlich, dass er einsam (verlassen) ist, aber es entsteht der Eindruck, er hätte halt keine Freundin. Erst in der zweiten Strophe wird klar, warum er einsam ist, dass er eine Freundin hatte. Eigentlich ist da sogar ein Widerspruch, denn in der ersten Strophe steht ja, dass keine Frau ihn mögen würde, was er in der zweiten widerlegt.
    - Die Sprache ist relativ blumig, anschaulich. Der Vergleich mit dem Stein in der ersten Strophe, die Frau, die nur "schläft" und durch die Liebe nicht mehr aufgeweckt werden kann. Da ist viel Romantik drin.
    - In der zweiten Hälfte der zweiten Strophe sieht es so aus, als könnte er an nichts anderes mehr denken als an seine verstorbene Freundin.

    Jo, soweit das, was mir dazu einfällt. Vielleicht kannst Du davon ja etwas für die Ausformulierung gebrauchen.
    Ich weiß nicht, wer oder was ich bin. Ich weiß nur, dass ich tue, was ich tun muß, nicht mehr und nicht weniger.

    Zitat aus "Gildenhaus Thendara", Dritter Teil, Ende 3. Kapitel

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